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Welche Motorräder mit A2? Erlaubte Modelle, PS & Tempo

Mit dem A2-Führerschein darfst du jedes Motorrad mit höchstens 35 kW (rund 48 PS) fahren – zusätzlich begrenzt durch ein Leistungsgewicht von maximal 0,2 kW/kg. Erlaubt sind sowohl Maschinen, die diese Werte ab Werk einhalten, als auch gedrosselte Versionen stärkerer Modelle – allerdings nur, wenn deren Ursprungsleistung 70 kW nicht übersteigt. Eine Hubraumgrenze gibt es nicht. Dieser Ratgeber zeigt, welche Motorräder mit A2 fahrbar sind, wie viel PS und Tempo drin sind, wie das Drosseln funktioniert und welche Modelle sich lohnen.

Modernes A2-Naked-Bike der Mittelklasse am Straßenrand geparkt – ein solches Motorrad bis 35 kW darf man mit dem A2-Führerschein fahren

Welche Motorräder darf man mit A2 fahren? Die Kurzantwort

Mit Klasse A2 sind alle Krafträder erlaubt, die zwei Grenzen gleichzeitig einhalten: höchstens 35 kW Leistung und ein Leistungsgewicht von maximal 0,2 kW pro Kilogramm. Beide Werte müssen stimmen – nicht nur die PS-Zahl. Anders als viele denken, spielt der Hubraum keine Rolle: Es gibt keine ccm-Grenze, entscheidend sind nur Leistung, Gewicht und das Verhältnis der beiden.

Konkret heißt das:

  1. Motorräder, die 35 kW ab Werk einhalten – vom kleinen Naked Bike über Reise-Enduros bis zum Cruiser.
  2. Gedrosselte Motorräder, deren offene Ursprungsversion höchstens 70 kW leistet (dazu unten mehr).
  3. Kleinere Klassen sind eingeschlossen: Wer A2 hat, darf automatisch auch Leichtkrafträder der Klasse A1 (125er bis 11 kW) sowie Roller und Mopeds der Klasse AM (bis 45 km/h) fahren.

Nicht erlaubt sind dagegen unbeschränkte Maschinen der Klasse A (über 35 kW), solange du nicht auf diese Klasse aufgestiegen bist. Und ein stärkeres Motorrad einfach „für A2 anzumelden“, ohne es fachgerecht zu drosseln und eintragen zu lassen, gilt als Fahren ohne Fahrerlaubnis.

Wie viel PS darf ein A2-Motorrad haben?

Ein A2-Motorrad darf maximal 35 kW leisten – das sind umgerechnet rund 47,6 PS, meist als „48 PS“ gerundet. Deshalb spricht man oft von der „48-PS-Klasse“. Diese Zahl ist aber nur die halbe Wahrheit, denn die zweite Grenze – das Leistungsgewicht von 0,2 kW/kg – begrenzt gerade leichte Motorräder zusätzlich.

Die Rechnung dahinter ist einfach: Um die vollen 35 kW ausfahren zu dürfen, muss ein Motorrad mindestens 175 Kilogramm wiegen (35 kW ÷ 0,2 kW/kg = 175 kg). Wiegt eine Maschine fahrfertig weniger, sinkt die erlaubte Leistung entsprechend. Genau darum haben viele Bikes der „48-PS-Klasse“ in Wahrheit keine vollen 48 PS, sondern etwa 42, 45 oder 47 PS – sie sind schlicht zu leicht für das Maximum. Wie stark sich das Gewicht auswirkt, zeigt unser Überblick dazu, wie viel ein Motorrad wiegt.

Für den Alltag ist das kein Nachteil: Ein leichtes Motorrad mit 44 PS beschleunigt oft lebhafter als ein schweres mit 48 PS, weil das niedrige Gewicht die geringere Leistung ausgleicht. Für die Führerscheinklasse zählt am Ende immer die im Fahrzeugschein eingetragene Leistung – die ist der verbindliche Maßstab.

Drosseln und entdrosseln: die wichtige 70-kW-Regel

Ein stärkeres Motorrad lässt sich auf A2-Niveau drosseln – aber nur, wenn die offene Ursprungsversion höchstens 70 kW (rund 95 PS) leistet. Diese Grenze entspricht dem Doppelten der erlaubten 35 kW. Ein 100-PS-Bike auf A2 herunterzudrosseln ist also nicht zulässig, ein 90-PS-Modell dagegen schon. Zusätzlich gilt: Das Ausgangsmodell darf nicht bereits selbst eine gedrosselte Fassung einer noch stärkeren Maschine sein. Diese Regelung gilt in ihrer heutigen Form seit November 2017.

Technisch geschieht das Drosseln je nach Modell über eine Drosselblende im Ansaugstutzen, eine begrenzte Drosselklappe oder – bei modernen Motorrädern zunehmend – rein elektronisch über das Steuergerät (ECU). Wichtig ist in jedem Fall die Eintragung durch eine Prüforganisation; ohne den Eintrag in den Fahrzeugpapieren ist die Drosselung rechtlich wertlos. Die Kosten für ein Drosselkit liegen grob bei 150 bis 400 Euro, dazu kommen Einbau und Eintragung. Wie das Drosseln im Detail abläuft, welche Methoden es gibt und was bei der Eintragung zu beachten ist, vertieft unser Ratgeber dazu, wie man ein Motorrad drosselt.

Genau deshalb bieten viele Hersteller beliebte Modelle direkt ab Werk als A2-Variante an – mit eigener Zulassung und passendem Eintrag. Der Vorteil: Steigst du später auf die unbeschränkte Klasse A auf, wird das Motorrad einfach entdrosselt und gibt seine volle Leistung frei. Die Yamaha MT-07 etwa fährt in der A2-Version gedrosselt und läuft nach dem Aufstieg mit rund 73 PS.

Wie schnell fährt ein A2-Motorrad?

Ein A2-Motorrad erreicht realistisch etwa 150 bis 180 km/h – je nach Bauart und Verkleidung. Bei begrenzten 35 kW entscheidet vor allem die Aerodynamik über die Endgeschwindigkeit, weniger die reine Leistung. Deshalb liegen die Modelle gar nicht so weit auseinander, wie man vermuten würde.

Grobe Orientierung aus Herstellerangaben und Tests:

  • Leichte Naked Bikes ohne Verkleidung: rund 150 bis 170 km/h. Der aufrechte Fahrer bremst hier aerodynamisch stark.
  • Verkleidete Sportler: deutlich mehr, teils bis 185 km/h – die windschnittige Sitzposition und Vollverkleidung machen den Unterschied.
  • Viele 35-kW-Maschinen pendeln sich in der Praxis bei echten 170 bis 175 km/h ein.

Für die Autobahn reicht das also allemal. Kursierende Spitzenwerte von „bis 190 km/h“ gelten nur für die am besten verkleideten Supersportler und sind eher die Ausnahme als die Regel. Wer sich für die technische Obergrenze insgesamt interessiert, findet in unserem Beitrag zum schnellsten Motorrad der Welt die andere Seite der Skala.

Was ist das schnellste A2-Motorrad?

Als sportlichstes und schnellstes A2-Motorrad gilt die Aprilia RS 660 in der 35-kW-Version. Sie beschleunigt in rund 3,7 Sekunden auf 100 km/h und erreicht etwa 185 km/h. Möglich ist das, weil Aprilia den Zweizylinder auch als 70-kW-Typ anbietet, von der die A2-Fassung abgeleitet ist – die 70-kW-Regel bleibt so eingehalten.

Ehrlich eingeordnet: Beim reinen Höchsttempo trennen die schnellsten A2-Bikes nur wenige km/h. „Am schnellsten“ bedeutet vor allem kräftigere Beschleunigung und mehr Sportlichkeit, nicht dramatisch höhere Endgeschwindigkeit. Weitere flotte Kandidaten sind vollverkleidete Sportler und drehfreudige Twins, etwa Kawasaki Ninja 500 und 650 (gedrosselt), die KTM RC 390 oder die Aprilia RS 457. Wer maximale Beschleunigung sucht, achtet also weniger auf die Topspeed-Zahl als auf Gewicht, Drehmoment und Sitzposition.

A2-Motorräder nach Kategorie: Modelle im Überblick

Für A2 gibt es in jeder Motorrad-Kategorie passende Modelle – vom Einsteiger-Naked bis zur Reise-Enduro. Die folgende Auswahl nennt gängige, aktuelle Maschinen; viele erfüllen A2 nativ, einige sind gedrosselte Versionen stärkerer Basismodelle.

Kategorie Beispielmodelle Charakter
Naked Bike Yamaha MT-07 (gedrosselt), Kawasaki Z650, KTM 390 Duke, Honda CB500 Hornet, CFMoto 450NK aufrecht, alltagstauglich, wendig
Sportler Honda CBR500R, Yamaha R3, Aprilia RS 457, Aprilia RS 660 (A2), KTM RC 390 sportliche Haltung, Vollverkleidung
Touren / Adventure Honda CB500X, KTM 390 Adventure, Benelli TRK 502, BMW G310GS Reisetauglich, höhere Sitzposition
Cruiser / Retro Honda CMX500 Rebel, Kawasaki Eliminator, Royal Enfield Interceptor 650, Triumph Speed 400 entspannt, tiefe Sitzhöhe, Stil
Supermoto / Enduro Honda CRF300L, Beta Alp 4.0, SWM RS 500R leicht, verspielt, gut für Einsteiger

Die meisten kleineren Modelle – die komplette Honda-CB500-Reihe, Kawasaki Z650, KTM 390 Duke, Yamaha R3 oder Aprilia RS 457 – erfüllen A2 direkt. Die MT-07 und die RS 660 sind dagegen gedrosselte A2-Varianten stärkerer Grundmodelle. Welcher Typ zu dir passt, hängt von Einsatzzweck, Körpermaßen und Budget ab – dieselben Kriterien wie bei jedem Kauf. Eine ausführliche Entscheidungshilfe bietet unser Ratgeber dazu, welches Motorrad zu dir passt. Wer sein A2-Bike gebraucht kaufen will, arbeitet am besten unsere Checkliste für den Gebrauchtkauf ab.

A2 und die anderen Klassen: A1, AM und der Aufstieg zu A

Der A2-Führerschein ist die mittlere Stufe des dreistufigen Motorrad-Systems A1 → A2 → A – und schließt die kleineren Klassen mit ein. Das macht ihn für viele Einsteiger zur ersten Wahl.

  • Klasse A1 (Leichtkrafträder bis 125 cm³ und 11 kW) ist in A2 enthalten – du darfst also auch jede 125er fahren. Falls du ohnehin nur über den Autoführerschein nachdenkst, lohnt der Vergleich mit unserem Ratgeber, welche Motorräder mit dem B-Führerschein erlaubt sind.
  • Klasse AM (Roller und Mopeds bis 45 km/h) steckt ebenfalls in A2.
  • Mindestalter A2: 18 Jahre.

Besonders attraktiv ist der Aufstieg auf die unbeschränkte Klasse A: Wer die Klasse A2 seit mindestens zwei Jahren besitzt, kann ohne erneute Theorieprüfung und ohne neuen Sehtest allein durch eine praktische Prüfung auf A wechseln. Wer mit 18 den A2 macht, darf so bereits mit 20 Jahren unbeschränkt fahren – deutlich früher als beim Direkteinstieg in Klasse A, der erst ab 24 Jahren möglich ist. Der Stufenführerschein ist damit oft der schnellste Weg zum großen Motorrad.

Was kostet der A2-Führerschein?

Für den A2-Führerschein solltest du grob mit 1.500 bis 2.500 Euro rechnen. Die genaue Summe hängt stark von der Region, der gewählten Fahrschule und deiner Vorerfahrung ab – wer viele Fahrstunden braucht, landet am oberen Ende.

Die wichtigsten Posten:

  • Anmeldung/Grundgebühr: rund 60 bis 200 Euro
  • Pflicht-Sonderfahrten: 12 Stück (5 Überland, 4 Autobahn, 3 Nacht) zu je etwa 40 bis 60 Euro
  • Theorieprüfung: rund 20 bis 80 Euro
  • Praxisprüfung: rund 80 bis 180 Euro

Dazu kommen Lernmaterial, Sehtest und Erste-Hilfe-Kurs. Steigst du später von A2 auf A auf, fällt nur noch die praktische Prüfung an (rund 80 Euro) plus einige Übungsfahrten. Eine detaillierte Aufschlüsselung findest du in unserem Beitrag dazu, was ein Motorradführerschein kostet. Und wer die Gesamtrechnung aus Anschaffung und laufenden Kosten sehen will, liest unseren Überblick, wie viel ein Motorrad kostet.

Häufige Fragen (FAQ)

Welches Motorrad darf ich mit A2 fahren? Jedes Kraftrad bis 35 kW (rund 48 PS), das ein Leistungsgewicht von höchstens 0,2 kW/kg einhält – ab Werk oder fachgerecht gedrosselt. Zusätzlich sind 125er (A1) sowie Roller und Mopeds bis 45 km/h (AM) eingeschlossen. Eine Hubraumgrenze gibt es nicht.

Wie viel PS darf ein A2-Motorrad haben? Maximal 35 kW, das sind rund 48 PS. Wegen der zusätzlichen Grenze von 0,2 kW/kg haben viele leichte Modelle in der Praxis aber nur etwa 42 bis 47 PS – für die vollen 35 kW muss ein Motorrad mindestens 175 kg wiegen.

Wie schnell fährt ein A2-Motorrad? Realistisch etwa 150 bis 180 km/h. Leichte Naked Bikes liegen eher bei 150 bis 170 km/h, verkleidete Sportler erreichen bis rund 185 km/h. Über das Tempo entscheidet vor allem die Aerodynamik.

Was ist das schnellste A2-Motorrad? Als schnellstes und sportlichstes gilt die Aprilia RS 660 in der 35-kW-Version mit rund 185 km/h und starker Beschleunigung. Beim reinen Höchsttempo liegen die Top-Modelle jedoch nah beieinander.

Kann man jedes Motorrad auf A2 drosseln? Nein. Drosseln ist nur erlaubt, wenn die offene Ursprungsversion höchstens 70 kW leistet und nicht bereits selbst gedrosselt ist. Ein Motorrad mit mehr als 95 PS Grundleistung lässt sich nicht legal auf A2 bringen.

Darf ich mit A2 eine 125er oder einen Roller fahren? Ja. Die Klassen A1 (125er bis 11 kW) und AM (Roller/Mopeds bis 45 km/h) sind im A2-Führerschein automatisch enthalten.

Wie lange muss ich A2 fahren, bis ich A machen darf? Nach zwei Jahren Besitz der Klasse A2 genügt eine praktische Prüfung, um auf die unbeschränkte Klasse A aufzusteigen – ohne neue Theorieprüfung. Mit 18 begonnen, ist das schon ab 20 Jahren möglich.

Fazit

Mit dem A2-Führerschein steht dir eine große, ernstzunehmende Auswahl an Motorrädern offen: alles bis 35 kW (rund 48 PS) bei höchstens 0,2 kW/kg – nativ oder legal gedrosselt aus einem Basismodell mit maximal 70 kW. Beim Tempo musst du kaum Abstriche machen, denn 150 bis 180 km/h reichen für jede Alltagssituation, und die sportlichsten Modelle wie die Aprilia RS 660 kommen sogar an 185 km/h heran. Prüfe vor dem Kauf immer die eingetragene Leistung und ob ein Wunschmodell A2-tauglich ist, plane die Möglichkeit zum Entdrosseln nach dem Aufstieg mit ein – und wähle dann in Ruhe die Kategorie, die zu dir passt. So wird die A2-Klasse nicht zur Einschränkung, sondern zum idealen Einstieg ins Motorradleben.