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Wie viel kostet ein Motorrad? Anschaffung & laufende Kosten 2026

Ein Motorrad kostet in der Anschaffung neu meist zwischen 5.000 und 15.000 Euro, gebrauchte Einsteigermaschinen gibt es schon ab rund 1.500 bis 2.000 Euro, Oberklasse-Modelle liegen dagegen bei 20.000 Euro und mehr. Dazu kommen laufende Kosten von grob 1.100 bis 2.400 Euro pro Jahr sowie einmalige Ausgaben für Führerschein und Ausrüstung. Wie viel dich dein Motorrad am Ende wirklich kostet, hängt vom Typ, von neu oder gebraucht und vom Hubraum ab – hier findest du alle Posten im Detail.

Neue Motorräder aufgereiht im Showroom eines Motorrad-Händlers

Was kostet ein Motorrad? Die Preise auf einen Blick

Einen festen Preis „für ein Motorrad“ gibt es nicht – die Spanne reicht vom günstigen 125er bis zum voll ausgestatteten Reise-Motorrad. Als grobe Orientierung für Neupreise (UVP) nach Fahrzeugtyp:

Motorrad-Typ Neupreis (Richtwert)
Roller & 125er (A1) ca. 2.000–6.000 €
Naked Bike (Mittelklasse) ca. 7.000–12.000 €
Sportler / Supersportler ca. 10.000–20.000 €+
Sport-Tourer / Tourer ca. 12.000–20.000 €
Adventure / Reiseenduro ca. 15.000–25.000 €+
Chopper / Cruiser ca. 6.000–25.000 €+

Als Faustregel gilt: Einsteigermodelle beginnen neu bei etwa 5.000 bis 7.000 Euro, wer mehr Leistung, Elektronik oder eine bestimmte Marke möchte, ist schnell im fünfstelligen Bereich. Nach oben ist die Skala offen. Gleichzeitig lässt sich der Einstieg gebraucht deutlich günstiger gestalten – dazu weiter unten mehr.

Anschaffungspreis nach Motorrad-Typ

Der Anschaffungspreis ist der größte Einzelposten und richtet sich vor allem nach Klasse und Hubraum. Ein Überblick mit typischen Beispielmodellen:

  • 125er (A1): Neu rund 3.000–6.000 €. Beliebte Modelle wie die Honda CB125R liegen bei etwa 5.000 €, kleine Naked Bikes und Retro-Modelle teils darunter. Ideal für den Einstieg mit niedrigen Folgekosten.
  • Naked Bike (Mittelklasse): Das klassische Allround-Segment. Eine Yamaha MT-07 startet bei rund 8.500 €, eine Kawasaki Z900 laut Hersteller ab etwa 9.595 € (gedrosselte 70-kW-Version günstiger). Für viele der beste Kompromiss aus Preis, Leistung und Alltagstauglichkeit.
  • Sportler: Supersportler mit Vollverkleidung beginnen um 10.000 € und reichen in der Oberklasse weit über 20.000 €.
  • Tourer & Sport-Tourer: Reisetaugliche Maschinen mit Windschutz und Komfort liegen meist zwischen 12.000 und 20.000 €.
  • Adventure / Reiseenduro: Das derzeit gefragteste Segment. Eine BMW R 1300 GS startet ab rund 19.990 €; mit Ausstattungspaketen sind 25.000 € und mehr schnell erreicht.
  • Chopper / Cruiser: Vom günstigen Einstiegs-Cruiser um 6.000 € bis zum großvolumigen Marken-Bike jenseits der 20.000 €.

Die Preise sind Richtwerte für Neufahrzeuge; hinzu kommen je nach Händler noch Überführungs- und Zulassungskosten von meist 100 bis 300 Euro.

Was kostet eine 125er?

Eine 125er kostet neu etwa 3.000 bis 6.000 Euro, gebraucht geht es schon ab rund 2.000 Euro los. Damit ist die Leichtkraftrad-Klasse (A1) der günstigste Einstieg ins Motorradfahren – und aus gutem Grund besonders beliebt.

Der Hauptgrund für den Boom ist die Führerschein-Erweiterung B196: Wer den Autoführerschein (Klasse B) mindestens fünf Jahre besitzt und über 25 ist, darf damit nach ein paar Fahrstunden – ohne zusätzliche Prüfung – 125er bis 11 kW (15 PS) fahren. Die B196-Schulung kostet je nach Fahrschule rund 900 bis 1.200 Euro und ist damit ein Bruchteil eines vollwertigen Motorradführerscheins.

Dazu kommen die niedrigen Folgekosten: Eine 125er verbraucht nur etwa 2,5 bis 3 Liter auf 100 Kilometer, ist als Leichtkraftrad von der Kfz-Steuer befreit und günstig in der Versicherung. Für Pendler und Einsteiger ist sie deshalb oft die wirtschaftlichste Lösung.

Neu oder gebraucht? Was der Preisunterschied ausmacht

Gebraucht sparst du beim Kauf am meisten – ein solider Allrounder ist gebraucht oft für die Hälfte des Neupreises zu haben. Ältere Großmotorräder gibt es schon ab etwa 1.500 bis 2.000 Euro, ordentliche Einsteigermaschinen mit überschaubarer Laufleistung ab rund 2.500 bis 3.500 Euro.

Wie hoch der Wertverlust ist, zeigt ein Beispiel: Eine Yamaha MT-07 kostet neu rund 8.500 €, ein gepflegtes Modell von 2015 mit etwa 16.000 Kilometern liegt gebraucht bei circa 4.600 €. Der stärkste Wertverlust passiert in den ersten Jahren – gebraucht kaufen heißt also, diesen Verlust dem Vorbesitzer zu überlassen.

Der Nachteil: Bei Gebrauchtmaschinen musst du Zustand, Technik und Papiere genau prüfen. Worauf es bei der Besichtigung ankommt, zeigt unsere Checkliste für den Gebrauchtkauf. Wer neu kauft, zahlt mehr, bekommt dafür Garantie, aktuelle Technik und einen unfallfreien Zustand.

Laufende Kosten: Was ein Motorrad im Jahr kostet

Neben dem Kaufpreis solltest du mit rund 1.100 bis 2.400 Euro laufenden Kosten pro Jahr rechnen – abhängig von Hubraum, Fahrleistung und Versicherungsschutz. Die wichtigsten Posten im Überblick (Beispielwerte für ein Mittelklasse-Motorrad):

Kostenpunkt Richtwert pro Jahr
Haftpflichtversicherung ca. 100–350 €
Teilkasko (optional) Aufpreis ca. 130 €
Vollkasko (optional) gesamt bis ~1.150 €
Kfz-Steuer ca. 37–74 € (125er: 0 €)
Kraftstoff je nach Fahrleistung ~150–400 €
Reifen (anteilig) ca. 250–400 € pro Satz
Inspektion / Wartung ca. 150–300 €
HU/AU (alle 2 Jahre) ca. 90 €, also ~45 €/Jahr

Versicherung: der größte laufende Posten

Die Motorradversicherung ist meist die teuerste laufende Position. Für eine Mittelklasse- Maschine liegt die reine Haftpflicht je nach Schadenfreiheitsklasse, Alter und Region bei etwa 100 bis 350 Euro im Jahr, mit Teilkasko etwas mehr, mit Vollkasko schnell über 1.000 Euro. 125er sind mit teils unter 100 Euro Haftpflicht deutlich günstiger. Ein Saisonkennzeichen senkt den Beitrag zusätzlich, weil du nur für die Fahrmonate zahlst.

Kfz-Steuer: nach Hubraum gestaffelt

Die Kfz-Steuer fürs Motorrad ist einfach zu berechnen: 1,84 Euro je angefangene 25 cm³ Hubraum. Ein 500er zahlt also rund 37 Euro, ein 1.000er rund 74 Euro pro Jahr. Leichtkrafträder bis 125 cm³ (bis 11 kW) sind komplett steuerfrei – ein weiterer Kostenvorteil der kleinen Klasse.

Sprit, Reifen und Wartung

Beim Kraftstoff ist das Motorrad sparsam: Mittelklasse-Maschinen brauchen rund 4 bis 6 Liter, 125er nur 2,5 bis 3 Liter auf 100 Kilometer – wie sich der Verbrauch nach Klasse im Detail aufschlüsselt, zeigen wir separat. Reifen sind ein oft unterschätzter Posten – ein kompletter Satz inklusive Montage kostet je nach Größe 250 bis 400 Euro und hält, je nach Fahrweise, nur wenige Tausend Kilometer. Für Inspektion und Ölwechsel solltest du je nach Modell 150 bis 300 Euro pro Jahr einplanen, dazu bei Kettenmaschinen gelegentlich einen neuen Kettensatz (200–350 Euro). Die Hauptuntersuchung (HU/AU) steht alle zwei Jahre an – was der TÜV fürs Motorrad kostet, haben wir separat aufgeschlüsselt.

Einmalige Kosten beim Einstieg: Führerschein und Ausrüstung

Bevor das erste Motorrad überhaupt rollt, fallen zwei größere Einmalkosten an, die viele unterschätzen: der Führerschein und die Schutzausrüstung.

Der Motorradführerschein (Klasse A oder A2) kostet im Durchschnitt rund 2.500 bis 3.000 Euro, je nach Fahrschule, Region und Anzahl der nötigen Fahrstunden reicht die Spanne von etwa 1.600 bis über 4.000 Euro. Deutlich günstiger ist die schon erwähnte B196-Erweiterung für 125er mit 900 bis 1.200 Euro. Der Stufenaufstieg von A2 auf A schlägt später mit rund 500 Euro zu Buche.

Bei der Schutzausrüstung solltest du nicht sparen – sie ist im Ernstfall lebenswichtig. Eine komplette Grundausstattung aus Helm, Jacke, Hose, Handschuhen und Stiefeln gibt es ab etwa 500 Euro, gute Sets liegen zwischen 500 und 2.500 Euro. Worauf es bei Protektoren, Passform und Material wirklich ankommt, erklärt unser Ratgeber zur richtigen Motorradbekleidung.

Rechenbeispiel: Motorrad im ersten Jahr

Wie viel kostet ein Motorrad also insgesamt? Zwei realistische Beispiele fürs erste Jahr (ohne bereits vorhandenen Führerschein gerechnet):

Einsteiger mit 125er (gebraucht):

  • Gebrauchte 125er: ca. 2.500 €
  • B196-Führerschein: ca. 1.000 €
  • Schutzausrüstung: ca. 600 €
  • Versicherung (Haftpflicht): ca. 100 €
  • Steuer: 0 € (steuerfrei)
  • Sprit, Wartung, Reifen: ca. 400 €
  • Summe erstes Jahr: rund 4.600 €

Mittelklasse-Motorrad (gebraucht, mit A2-Führerschein):

  • Gebrauchtes Naked Bike: ca. 5.000 €
  • Führerschein A2: ca. 2.800 €
  • Schutzausrüstung: ca. 800 €
  • Versicherung (Teilkasko): ca. 480 €
  • Steuer: ca. 50 €
  • Sprit, Wartung, Reifen: ca. 900 €
  • Summe erstes Jahr: rund 10.000 €

Ab dem zweiten Jahr entfallen Führerschein und Ausrüstung, sodass nur noch die laufenden Kosten (grob 1.100–2.400 €) übrig bleiben. Das erste Jahr ist also klar das teuerste.

So sparst du beim Motorrad

  • Gebraucht statt neu: Den größten Wertverlust hat der Vorbesitzer getragen – ein gepflegtes Gebrauchtmotorrad ist der günstigste Weg auf die Straße.
  • Saisonkennzeichen nutzen: Wer ohnehin nur von Frühjahr bis Herbst fährt, spart bei Versicherung und Steuer spürbar.
  • Versicherung vergleichen: Zwischen Anbietern und Tarifen (Haftpflicht, Teilkasko, Vollkasko) liegen oft mehrere Hundert Euro – ein jährlicher Vergleich lohnt sich.
  • Kleiner Hubraum, kleine Kosten: 125er und A2-Maschinen sind bei Steuer, Sprit und Versicherung deutlich billiger als große Bikes.
  • Einfache Wartung selbst machen: Kette pflegen, Öl wechseln und Reifendruck prüfen spart Werkstattkosten – anspruchsvolle Arbeiten gehören aber in Fachhände.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie viel kostet ein Motorrad in der Anschaffung? Neu meist 5.000–15.000 Euro, Einsteigermodelle ab etwa 5.000–7.000 Euro, Oberklasse und Adventure-Bikes 20.000 Euro und mehr. Gebraucht geht es schon ab 1.500–2.000 Euro los.

Was kostet eine 125er? Neu rund 3.000–6.000 Euro, gebraucht ab etwa 2.000 Euro. Dazu kommt bei Autoführerschein-Besitzern die B196-Schulung für 900–1.200 Euro.

Sind 125er steuerfrei? Ja. Leichtkrafträder bis 125 cm³ und maximal 11 kW zahlen keine Kfz-Steuer.

Wie viel Steuer zahlt man fürs Motorrad? 1,84 Euro je angefangene 25 cm³ Hubraum pro Jahr – ein 1.000er kostet also rund 74 Euro, ein 500er rund 37 Euro.

Was kostet ein Motorrad im Jahr an Unterhalt? Grob 1.100 bis 2.400 Euro, je nach Versicherungsschutz, Hubraum und Fahrleistung. Enthalten sind Versicherung, Steuer, Sprit, Reifen, Wartung und anteilig die HU.

Was kostet die Motorradversicherung? Die Haftpflicht liegt je nach Fahrzeug und Schadenfreiheitsklasse bei etwa 100–350 Euro im Jahr, mit Vollkasko kann sie auf über 1.000 Euro steigen. 125er sind am günstigsten.

Was kostet der Motorradführerschein? Klasse A oder A2 im Schnitt 2.500–3.000 Euro (Spanne bis 4.000 Euro). Die B196-Erweiterung für 125er kostet nur 900–1.200 Euro.

Fazit

Wie viel ein Motorrad kostet, hängt stark von deinen Ansprüchen ab: Ein gebrauchter 125er bringt dich für unter 3.000 Euro auf die Straße, ein neues Mittelklasse-Bike liegt bei 8.000 bis 12.000 Euro, Oberklasse-Maschinen darüber. Entscheidend ist, nicht nur den Kaufpreis zu rechnen: Versicherung, Kfz-Steuer, Sprit, Reifen, Wartung sowie die einmaligen Kosten für Führerschein und Ausrüstung machen zusammen einen erheblichen Teil aus. Wer gebraucht kauft, klein einsteigt und Versicherung sowie Saisonkennzeichen clever wählt, fährt am günstigsten – und behält die Gesamtkosten von Anfang an im Blick.