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Was kostet es, ein Motorrad anzumelden? Kosten 2026 im Überblick

Ein Motorrad anzumelden kostet in Deutschland je nach Fall rund 50 bis 100 Euro – inklusive des Kennzeichens. Die reine Behördengebühr der Zulassungsstelle liegt bei etwa 26 bis 30 Euro, dazu kommt das gedruckte Nummernschild (ein einzelnes, am Heck) für rund 8 bis 25 Euro. Wer nur ummeldet und sein Kennzeichen behält, zahlt oft nur 10 bis 15 Euro. Woraus sich der Preis genau zusammensetzt, welche Unterlagen du brauchst und wie du dabei sparst, liest du hier im Detail.

Heck eines Motorrads mit neu geprägtem Nummernschild neben den Zulassungspapieren auf der Zulassungsstelle

Was kostet es, ein Motorrad anzumelden? Die Kosten im Überblick

Einen bundesweit einheitlichen Festpreis gibt es nicht: Die Gebühren richten sich nach der bundesweiten Gebührenordnung, die einzelnen Zulassungsbezirke setzen aber leicht unterschiedliche Sätze an. Als grobe Orientierung für die einmalige Anmeldung eines Motorrads gelten diese Posten:

Kostenposten Richtwert Pflicht?
Zulassungsgebühr (Neuzulassung) ca. 26–30 € ja
Kennzeichen prägen (1 Schild, Heck) ca. 8–25 € ja
Wunschkennzeichen (Zuteilung) + ca. 10,20 € optional
Reservierung Wunschkennzeichen (online) + ca. 2,60 € optional
Saisonkennzeichen statt Ganzjahr kein/kaum Aufpreis optional

Unterm Strich liegst du damit für die klassische Neuanmeldung mit einem Schild bei etwa 35 bis 55 Euro. Mit Wunschkennzeichen, einem teureren Schild vom Schilderdienst direkt vor der Zulassungsstelle oder einer fälligen Hauptuntersuchung landest du eher bei 60 bis 100 Euro. Wichtig: Diese Beträge sind einmalig. Die laufenden Kosten für Kfz-Steuer und Versicherung sind eine ganz andere Rechnung (dazu weiter unten).

Zulassungsgebühr und Kennzeichen: die eigentliche Anmeldung

Die Anmeldung besteht aus zwei getrennten Rechnungen: der amtlichen Gebühr der Zulassungsstelle und dem Nummernschild vom Schilderdienst.

  • Zulassungsgebühr: Für die Neuzulassung eines Motorrads fallen rund 26 bis 30 Euro an. Der Wert schwankt, weil jeder Zulassungsbezirk seine Sätze im Rahmen der bundesweiten Gebührenordnung selbst festlegt.
  • Kennzeichen: Das Schild ist nicht in der Behördengebühr enthalten. Beim Schilderdienst vor Ort kostet die Prägung meist 10 bis 25 Euro, online bestellt gibt es sie oft schon ab rund 8 Euro.

Ein Motorrad hat – anders als ein Auto – nur ein einziges Kennzeichen am Heck. Du zahlst also auch nur ein Schild, nicht zwei. Das ist der Grund, warum eine Motorrad-Anmeldung in der Regel etwas günstiger ausfällt als die eines Pkw.

Was kostet ein Motorrad-Kennzeichen?

Ein Motorrad-Kennzeichen kostet als geprägtes Schild rund 8 bis 25 Euro, dazu kommt die Zuteilungsgebühr der Behörde, die bereits in der Zulassungsgebühr steckt. Anders gesagt: Für das reine Nummernschild zahlst du beim Schilderdienst zweistellig, teurere 3D-Kennzeichen liegen bei etwa 50 Euro.

Motorrad-Kennzeichen sind kleiner und hochformatiger als Auto-Schilder. Seit 2011 gilt eine Höhe von 200 mm bei einer Breite von 180 bis 220 mm; das beliebteste Format ist 180 × 200 mm. Ältere Motorräder dürfen ihre bisherigen, breiteren Formate behalten.

Beim Kennzeichen gibt es zwei kostenrelevante Sonderfälle:

  • Wunschkennzeichen: Eine selbst gewählte Buchstaben-Zahlen-Kombination kostet zusätzlich etwa 10,20 Euro Zuteilungsgebühr. Wer sie vorab online reserviert, zahlt noch einmal rund 2,60 Euro obendrauf – zusammen also ca. 12,80 Euro extra.
  • Saisonkennzeichen: Der fest aufgedruckte Nutzungszeitraum (z. B. 03–10) kostet bei der Zulassung keinen oder kaum Aufpreis, spart aber bares Geld – denn Steuer und Versicherung fallen nur für die gewählten Monate an. Für ein reines Schönwetter-Motorrad ist das oft die günstigste Variante. Außerhalb der Saison besteht allerdings kein Versicherungsschutz und das Fahren im öffentlichen Verkehr ist verboten.

Der einfachste Spartipp: das Schild online bestellen statt beim Dienst direkt an der Zulassungsstelle – das spart schnell 10 bis 20 Euro.

Was brauche ich zum Motorrad anmelden? Die Unterlagen

Damit die Zulassungsstelle dein Motorrad anmeldet, musst du eine Reihe von Dokumenten vorlegen. Fehlt eines davon, wird die Anmeldung abgelehnt – deshalb lohnt sich die Checkliste vor dem Termin:

  • Personalausweis oder Reisepass (bei Reisepass ggf. zusätzlich eine Meldebescheinigung).
  • Zulassungsbescheinigung Teil II (der frühere Fahrzeugbrief) – zwingend.
  • Zulassungsbescheinigung Teil I (der frühere Fahrzeugschein), sofern vorhanden – bei Gebrauchtfahrzeugen normalerweise dabei.
  • eVB-Nummer – die elektronische Versicherungsbestätigung als Nachweis der Kfz-Haftpflicht.
  • SEPA-Lastschriftmandat bzw. IBAN – die Kfz-Steuer wird per Lastschrift eingezogen.
  • Gültige HU-Bescheinigung (TÜV-/DEKRA-Prüfbericht) – bei Gebraucht- und Wiederzulassungen.
  • Kaufvertrag als Besitznachweis (beim Gebrauchtkauf).
  • Altes Kennzeichen (bei Ummeldung oder Wiederzulassung).
  • Vollmacht plus Ausweiskopie des Halters, falls jemand anderes das Motorrad für dich anmeldet.

Einen Führerschein brauchst du zum Anmelden nicht – den benötigst du erst zum Fahren. Wer ein gebrauchtes Motorrad kauft, sollte das Fahrzeug vor dem Kauf ohnehin genau prüfen; welche Punkte dabei zählen, zeigt unsere Checkliste für den Gebrauchtkauf.

Neuzulassung, Ummeldung oder Wiederzulassung? Kosten je Fall

Nicht jede „Anmeldung“ ist gleich teuer. Entscheidend ist, ob ein neues Kennzeichen nötig wird und ob ein Halter- oder Bezirkswechsel stattfindet:

Fall Was passiert Typische Kosten
Neuzulassung erstmalige Zulassung, neues Kennzeichen ca. 35–55 € inkl. Schild
Umschreibung (Halterwechsel) Gebrauchtkauf, meist neues Schild ca. 30–55 €
Ummeldung (nur Adresse, gleicher Bezirk) Kennzeichen bleibt ca. 10–15 €
Wiederzulassung nach Stilllegung, Kennzeichen ggf. behalten ab ca. 23–40 €
Abmeldung / Außerbetriebsetzung Fahrzeug stilllegen ca. 6–16 €

Der größte Spar-Hebel liegt in der Kennzeichenmitnahme: Seit einigen Jahren darfst du dein Kennzeichen bei einem Umzug bundesweit meist behalten. Dann entfällt das neue Schild, und die Ummeldung wird deutlich günstiger. Beim Gebrauchtkauf dagegen wird das Motorrad auf dich als neuen Halter umgeschrieben – hier ist in der Regel ein neues Schild fällig. Was der umgekehrte Weg kostet – das Abmelden bzw. Stilllegen des Motorrads –, rechnen wir separat vor.

Motorrad online anmelden mit i-Kfz

Seit dem 1. September 2023 lässt sich ein Motorrad vollständig online an-, ab- und ummelden – über die internetbasierte Fahrzeugzulassung (i-Kfz). Der große Vorteil: Du sparst dir Wege und Wartezeiten und darfst nach der digitalen Zulassung sofort losfahren. Der Zulassungsbescheid gilt vorläufig zehn Tage, Schilder und Plaketten kommen per Post.

Damit das klappt, brauchst du ein paar technische Voraussetzungen:

  • einen neuen Personalausweis mit freigeschalteter Online-Ausweisfunktion (eID) plus die AusweisApp,
  • die verdeckten Sicherheitscodes auf Zulassungsbescheinigung Teil I und II sowie auf den Kennzeichen-Plaketten,
  • eine eVB-Nummer und deine IBAN für die Kfz-Steuer.

Die Gebühr ist identisch zum Gang aufs Amt – teils sogar minimal günstiger, weil manche Behörden für i-Kfz reduzierte Sätze ansetzen. Einen Digital-Aufschlag gibt es nicht. Auch Saison-, Kurzzeit- und E-Kennzeichen lassen sich online abwickeln.

Laufende Kosten nicht vergessen: Steuer, Versicherung, HU

Die einmalige Anmeldegebühr ist nur ein kleiner Teil dessen, was ein Motorrad kostet. Drei laufende Posten gehören zwingend dazu:

Kfz-Steuer (nach Hubraum). Krafträder werden allein nach dem Hubraum besteuert – ohne CO₂- oder Schadstoff-Komponente wie beim Auto. Der Satz beträgt 1,84 Euro je angefangene 25 ccm. Ein 600er kostet damit rund 45 Euro, ein 1000er etwa 74 Euro im Jahr. Steuerfrei sind Krafträder bis 125 ccm und maximal 11 kW (15 PS).

Versicherung. Ohne eVB-Nummer – den Nachweis der Kfz-Haftpflicht – gibt es keine Zulassung. Die Haftpflicht kostet grob 50 bis 200 Euro pro Jahr, je nach Regionalklasse, Alter, Hubraum und Schadenfreiheitsklasse. Teilkasko und Vollkasko kommen optional obendrauf.

Hauptuntersuchung (HU). Für die Zulassung eines gebrauchten Motorrads muss die HU gültig sein. Fabrikneue Krafträder müssen erst nach 24 Monaten zur ersten HU, danach alle zwei Jahre. Die Prüfung kostet je nach Bundesland und Prüforganisation etwa 75 bis 99 Euro. Was dabei im Detail geprüft wird und wie du sparst, erklärt unser Ratgeber Was kostet der TÜV fürs Motorrad?.

Eine Umweltplakette brauchen Motorräder übrigens nicht – der Hinweis aus manchen Auto-Ratgebern gilt für Krafträder nicht.

So sparst du bei der Motorrad-Anmeldung

  • Kennzeichen online bestellen statt beim Schilderdienst vor der Zulassungsstelle – spart 10 bis 20 Euro.
  • Kennzeichen mitnehmen: Bei Umzug oder Ummeldung das alte Schild behalten, wenn möglich.
  • Saisonkennzeichen wählen, wenn du ohnehin nur im Sommer fährst – das drückt Steuer und Versicherung anteilig.
  • i-Kfz nutzen: gleiche Gebühr, aber keine Anfahrt und keine Wartezeit.
  • HU rechtzeitig prüfen: Ohne gültige Hauptuntersuchung wird ein Gebrauchtmotorrad nicht zugelassen – ein vergessener Termin verzögert die Anmeldung und kostet extra.

Wer ohnehin gerade ein Motorrad kauft, sollte auch die Gesamtkosten im Blick behalten: Was das Fahrzeug selbst über den Anschaffungspreis hinaus kostet, zeigt unser Überblick Wie viel kostet ein Motorrad?.

Häufige Fragen (FAQ)

Was kostet es, ein Motorrad anzumelden? Je nach Fall rund 50 bis 100 Euro inklusive Kennzeichen. Die reine Zulassungsgebühr liegt bei etwa 26 bis 30 Euro, das Nummernschild kostet zusätzlich rund 8 bis 25 Euro.

Was kostet ein Motorrad-Kennzeichen? Das geprägte Schild kostet beim Schilderdienst etwa 10 bis 25 Euro, online oft schon ab rund 8 Euro. Ein Motorrad hat nur ein Kennzeichen am Heck. Ein Wunschkennzeichen kostet rund 10 Euro Zuteilungsgebühr zusätzlich.

Was brauche ich zum Motorrad anmelden? Personalausweis, Zulassungsbescheinigung Teil II (und Teil I, falls vorhanden), eVB-Nummer, IBAN bzw. SEPA-Mandat, bei Gebrauchtfahrzeugen die gültige HU und den Kaufvertrag. Einen Führerschein brauchst du zum Anmelden nicht.

Was kostet die Ummeldung eines Motorrads? Bleibt das Kennzeichen erhalten (Umzug im gleichen Zulassungsbezirk), sind es meist nur 10 bis 15 Euro. Bei Halterwechsel oder neuem Schild liegt die Umschreibung eher bei 30 bis 55 Euro.

Kann ich mein Motorrad online anmelden? Ja. Seit September 2023 ist die vollständige Online-Zulassung über i-Kfz möglich – mit neuem Personalausweis samt eID, AusweisApp, eVB-Nummer und IBAN. Die Gebühr ist gleich hoch wie am Amt.

Braucht ein Motorrad TÜV zur Zulassung? Für gebrauchte Motorräder ja – die HU muss gültig sein. Fabrikneue Krafträder müssen erst nach 24 Monaten zur ersten Hauptuntersuchung.

Fazit

Ein Motorrad anzumelden ist günstiger als viele denken: Die einmalige Neuanmeldung kostet mit Kennzeichen meist 35 bis 55 Euro, eine reine Ummeldung oft nur 10 bis 15 Euro. Teurer wird es vor allem durch Extras wie Wunschkennzeichen oder eine fällige HU beim Gebrauchtkauf. Wer das Schild online bestellt, sein Kennzeichen mitnimmt und die Anmeldung per i-Kfz erledigt, spart zusätzlich Zeit und Geld. Den größten Batzen machen ohnehin nicht die Anmeldegebühren aus, sondern die laufenden Kosten für Steuer und Versicherung – die solltest du vor dem Kauf einplanen.